Allgemeine Information

Wissenswertes

Die Pfarre ist eine der ältesten des Landes und wurde in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts zugehörig zum Bistum Passau gegründet. sie war die Mutterfarre für die heute angrenzenden Pfarrgebiete. Wegen der "Bayerischen Wirren" wurde der Pfarrsitz in das befestigte Obernberg verlegt und die Mutterpfarre aufgelöst. 1784 wurde die Pfarre St. Georgen unter Kaiser Josef II. wiedererrichtet und gehört seither dem Bistum Linz an.
Um 1500 entstand die heutige Pfarrkirche, ein Tuffsteinbau mit barocker Innenausstattung und Statuen aus dem Schwanthalerkreis.

Die Pfarrgründung
 
In Urkunden wird nachgewiesen, dass das Hochstift zu Passau bereits im Jahre 788 in bedeutenden Schenkungen mit Gründen und Gütern am Gurtenfluss bedacht wurde.
 
Während die bischöflichen „Bauleute“ den ihnen zur Pflege überwiesenen Boden bebauten, zogen die Missionare im Lande herum, um die rohen und abergläubischen Krieghaufen für mildere Sitten zu gewinnen. Zu ihnen gesellten sich die Mönche, die von den bairischen Herzogen ins Land gerufen wurden, und mit den Ansiedelungen der bischöflich-passauischen Kolonisten erhoben sich in dieser Gegend auch die ersten Zellen der Mönche, worauf die Ortsnamen Münsteuer (Munster, Munsture, Mones ture, Munstuer), Minaberg ( Minninberg, Minichperg) und Pfaffing hinweisen.
 
Wenn auch Angaben über das genaue Alter der ersten, so genannten primitiven, Hauptpfarrer fehlen, so wissen wir dennoch aus verschiedenen Urkunden, dass ihre Gründung in die karolingische, wenn nicht sogar agilolfingische Zeit zurückreicht; wir haben einen Einblick in die damalige Ausdehnung und Arrondierung der Pfarrsprengel, ihre Filialverhältnisse, die Namen der Kirchenpatrone und in die spätere Benennung der Pfarren selbst.
St. Georgen als Adelssitz (OÖUB I. 550 n. 77) ist eine der ersten und ältesten herrschaftlichen Pfarren des Landes.
 
Der Pfarrsprengel umfasste damals die Fläche, welche heute die Pfarreien von Obernberg, Mörschwang, Weilbach, Senftenbach, St. Georgen, Kirchdorf und ein Teil von St. Martin i. I. einnehmen. Die Urkunde spricht von der Hauptkirche zu St. Georgi, zu der als Filialkirchen die „Fronleichnamskirche Unseres Herrn“ zu Obernberg, das Gotteshaus „Unserer Lieben Frau“ – Himmelfahrt in Kirchdorf, die Kirche zur „hl. Margaritha“ zu Mörschwang, das Gotteshaus „zum hl. kreuz“ in Weilbach, das Gotteshaus zum „hl. Vanlentin“ in Murham und die Kapelle zum „hl. Ulrich“ (St. Martin i. I.) gehörten. In diesem großen Pfarrgebiet übte der Pfarrer die Jurisdiktion aus, d. h. die alte Pfarre St. Georgen war somit begrenzt durch den Inn, durch die Pfarre Altheim, zu der einst auch die heutigen Seelsorgestationen Mühlheim und Geinberg gehörten, durch die Pfarre Gurten, durch die alte Pfarre Aurolzmünster, wohin auch Eitzing eingepfarrt war, und durch die alte Pfarre Münsteuer, von welcher im Laufe der Jahrhunderte St. Martin i. I., Ort und Reichersberg abgetrennt wurden. Da die alten Pfarren einen verhältnismäßig großen Umfang hatten, dagegen die Pfarre Gurten mit Wippenham verhältnismäßig sehr klein war, liegt die Vermutung nahe, (nach Meindl), dass Gurten keine Primitivpfarre war, sondern ursprünglich vielleicht auch zur alten Pfarre St. Georgen gehört haben dürfte.
 
Der Pfarrer hatte seinen Sitz in Wimm zwar so ziemlich im Mittelpunkt der Altpfarre, aber in einer von Natur her absolut ungeschützten Gegend, sodass er sich später entschloss, in die Festung nach Obernberg zu ziehen. Von Wimm aus leitet der Pfarrer von St. Georgen mit seinen Gesellpriestern im weiten Umkreis die Seelsorge. Somit gilt St. Georgen als Mutterpfarre, aus deren Pfarrsprengel im Laufe der Zeit die heutigen Pfarreien Mörschwang, Weilbach, Obernberg, Senftenbach und Kirchdorf am Inn entstanden.